Michael Kerawalla
Kompositionen und phantastische Romane

Grafik: Buchcover 'Stein der Finsternis'

Stein der Finsternis

Leseprobe 3

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Keh freute sich, dass Hri sogar bereit war, ihm auf seinem Weg beizustehen. Er freute sich so sehr darüber, dass er gar nicht mehr auf den Weg achtete, der sie inzwischen zu einem herrlichen Waldsee geführt hatte, in dem Hri schon als Kind gern gebadet hatte. Ihr Warnruf kam zu spät, als Keh ganz in Gedanken versunken am Ufer abrutschte und mit einem lauten Platsch im Wasser landete. Vor lauter Verblüffung schluckte er erst mal eine ganze Menge Wasser. Glücklicherweise war der See in Ufernähe nicht tief, so dass er schnell wieder Boden unter den Füßen gewann und sich prustend wieder aufrappelte. Da stand er nun mit triefend nasser Kleidung zur Hälfte im Wasser und sah ziemlich verlegen und verdattert zu Hri herauf. Obwohl es um ihre Mundwinkel zuckte beherrschte sie sich und lachte ihn nicht aus, obwohl sein Anblick in diesem Moment wirklich zu komisch war. Keh war durchaus klar, was für ein jämmerliches Bild er gerade abgab, deshalb war er Hri um so dankbarer, dass sie nicht über ihn lachte. Statt dessen ging sie ein kurzes Stück zu einer flachen Stelle am Seeufer und reichte ihm die Hand, als er schniefend zu ihr hinüber watete. Als er wieder am Ufer stand und seine triefenden Kleider betrachtete fand er seine Beherrschung wieder und meinte schließlich lachend »Na, das hab' ich ja mal wieder toll gemacht, ich kann doch in den nassen Kleidern unmöglich weiterlaufen.«

Das brauchst du doch gar nicht«, antwortete Hri amüsiert. »Zieh sie doch einfach aus und lass sie in der Sonne trocknen. Wir können ja solange zusammen hier baden.«
Keh sah sie total verdattert an. »Du meinst ... ich soll meine ... Kleider hier ganz ausziehen?«
»Natürlich, warum denn nicht, ist doch nichts dabei«, antwortete sie. »Ich zieh' mich auch aus und wir gehen zusammen baden, bis deine Kleider wieder trocken sind.«
Keh schluckte krampfhaft den Kloß hinunter, der sich scheinbar in seinem Schlund gebildet hatte. Meinte sie das wirklich ernst? Ihm wurde sehr schnell klar, wie ernst sie das meinte, als sie mit einem leicht verlegenen Lächeln begann ihre Kleidung abzulegen.
»Na komm, worauf wartest du noch«, forderte sie ihn schließlich auf, als er weiterhin verunsichert zögerte. »Das Wasser ist herrlich kühl und die Sonne ist warm. Es ist wirklich angenehm. Ich bin hier schon oft mit den Toddles baden gegangen. Glaub mir, du wirst es genießen.«
Das schien Keh noch immer nicht zu überzeugen, denn er rührte sich nicht vom Fleck. Hri hatte sich inzwischen völlig entkleidet und verdrehte schließlich in

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